Schwere Akustik für einen guten Zweck

Anlässlich der Flutopfer in Asien wurde ein Konzert über mehrere Tage und mit mehreren Bands in der Kreuzkirche in Kassel arrangiert.
Kreuzkirche Kassel -außen

Wir (The Big Easy) machen den Opener, was sich bisher für uns immer als Vorteil herausgestellt hat. An einen Opener hat man wenig Ansprüche, von daher kann man nicht wirklich negativ auffallen, sondern nur gewinnen. Zudem hat man den Vorteil, als einzige Band oftmals einen wirklich ausführlichen Soundcheck zu bekommen.

Problem bei dieser Veranstaltung ist die Kuppel der Kirche und das die Bühne fast genau unter dieser steht. Meine Befürchtungen bezüglich des Sounds halten sich beim Soundcheck noch in Grenzen. Hier ist der Monitorsound wichtiger denn je, da die ganze Kirchenkonstruktion mit einer kleinen Verzögerung den kompletten Sound der PA zurückwirft und man leicht aus dem Takt kommt und nicht genau weiß auf welches der am Ohr ankommenden Signale man achten muss.
Kreuzkirche Kassel - Blick auf das Kuppeldach

Hier macht sich Alvaro mal wieder bestens bezahlt. Bei gewissen Passagen, wie bei denen wo Roger Sechzehntel spielt bekomme ich nur einen Soundbrei vom Monitor und den Kirchenreflektionen zurück. Auch Roger hat hier Probleme mit gemischten Reflektionen von meinem Sound. Alvaro jedoch fährt Rhythmisch wie auf Schienen und wir können uns da Tempomäßig an ihm fest beißen, da auch das Schlagzeug direkt von hinten zu hören ist und kommen so ohne aufzufallen mit den akustischen Problemen zurecht.
Keruzkirche Kassel - Blick auf die Orgel

Die nachfolgende Band mit Sänger und Sängerin haben da erheblich größere Probleme. Sie kommen teilweise aus dem Takt und sogar aus der Tonlage. Nicht das sie schlecht sind, aber da sie lauter sind als wir, werden wohl auch die zurückgeworfenen Reflektionen oftmals lauter sein als der Monitorsound und da orientiert man sich schnell an der falschen Quelle, die dann nochmals den falschen Gesang beinhaltet und man dann zusätzlich irritiert wird.
Kreuzkirche Kassel - Blick vom Altar

Auch wenn unser Auftritt den Leuten wie gewohnt gut gefallen hat, so hoffe ich doch, dass wir nicht noch mal unter solch akustisch, schwierigen Verhältnissen spielen müssen.
Kreuzkirche Kassel - Blick auf den Altar

Kneipenfestival in Lippstadt

Bei der Fahrt nach Lippstadt (für jene die es nicht kennen sollten, es liegt bei Paderborn ) kommt mir doch glatt ein Deja-Vu. Hier war ich doch schon mal. Das Kino mit dem gegenüber liegendem Parkplatz und dieser Bahnübergang.

Man meint ja oft genug irgendwo mal gewesen zu sein, weil oft genug Städte doch eine recht ähnliche Bauarchitektur haben, aber hier weiß ich sofort dass ich ganz bestimmt mal war. Und da fällt der Groschen. Damals mit meiner damaligen Freundin und Bekannten haben wir in diesem Kino den letzten Star-Trek Film gesehen.

Es ist immer so eine Sache, wenn man nicht selber fährt, dann über zig Dörfer und dies Nachts, wo eine Straße aussieht wie die andere. Aber als alter Cineast, erkenne ich ein Kino wenn ich es sehe und hier war ich definitiv.

Das Lokal in dem wir (The Big Easy) auftreten, dass Brauhaus Thombansen, ist eine schnuckelige Kneipe mit eigener Brauerei und auch geschmackvoll eingerichtet. Die Mitarbeiter sind auch alle sehr freundlich und haben Sinn für Humor. Obwohl ich insbesondere bei Auftritten kein Alkohol trinke, lasse ich mir die Gelegenheit bei einer Hausbrauerei nicht nehmen und trotz leerem Magen, die Bierhausmarke servieren. Ist ja noch ausreichend Zeit bis zum Auftritt und wie ich schnell merke, brauche ich die auch, denn auf leeren Magen geht das Zeug ganz schnell in die Birne. Aber nach den zum Essen lecker servierten Baguettes, ist wieder alles in Ordnung.

Später kommt der Veranstalter des Kneipenfestivals, ein südamerikanisch aussehender junger Mann und möchte mit mir reden. Alvaro fängt schon mal an mit ihm auf Spanisch zu sprechen, was aber nicht fruchtet, weil er ein Türke ist und kein Word Spanisch spricht. So kann man sich in einen Türken täuschen.

Am Abend ist der Laden voll bis hinten hin und die Thekenarbeiter tanzen ebenso mit wie die Gäste. Eine schöne Gaudi, aber der anschließende Tinitus führt für mich zum Endschluss, mich endlich nach einem ordentlichen Gehörschutz umzusehen.

Kollegial vs. Unkollegial

Ich habe mich doch gewundert, wie schnell ein Schlagzeuger sein Set abtransportieren kann und uns beim tragen der PA behilflich ist.

Unser früherer Schlagzeuger benötigte immer viel mehr Zeit um sein Zeug abzuladen, bzw. danach einzuräumen und einzuladen, als wir mit dem Abladen unseres Equipments und der PA oder des Abbaus, zusammenräumen und wieder einräumen in die Fahrzeuge. Er benötigte immer so viel Zeit, dass wir ihm grundsätzlich immer beim Tragen helfen mussten. Dabei war es vollkommen egal, ob wir mit nur einem beladenem Fahrzeug oder gar zwei voll beladenen Fahrzeugen ankamen. Wenn wir fertig waren mit unserem Zeug, dann war auf jeden Fall noch etwas von seinem Zeug zu transportieren. Und nicht selten waren es dann aber auch erst die schweren Teile.

Eines Tages hatten wir die Schnauze so gestrichen voll, dass wir entgegen unserer Natur in Slow-Motion auf- und abbauten und noch zusätzlich ein paar Toilettengänge einlegen um mit seiner gekünstelten Lahmheit mitzuhalten. Was letzten Endes alles andere als Effektiv und pure Zeitverschwendung war.

Mit unserem neuem Schlagzeuger ist das alles kein Problem. Er arbeitet genauso gründlich und schnell wie wir. Sollte er früher fertig sein, hilft er uns und umgekehrt. So haben wir in kürzester Zeit unser komplettes Equipment auf und abgebaut.

Aber auch mit anderen Profimusikern haben wir diesbezüglich nur positive Erfahrungen gemacht, aber mit dieser Gilde kann sich unser Ex-Drummer nun wirklich nicht messen

Auftritt Kongress Palais (Stadthalle) Kassel

Auftritt in der Stadthalle Kassel für die Firma T.N.T.. Zum zweiten mal auf der großen Bühne der Stadthalle, aber das erste Konzert mit Alvaro am Schlagzeug.
Nach dem Abendprogramm mit Tänzern, Zauberer usw. bilden wir den sogenannten Abschluss des Abends.

The Big Easy im Kongress Palais Kassel - Stadthalle

Wir beginnen gleich mit einem improvisiertem Jazz-Crossover-Stück und es grooved von Anfang an. Alvaro wirft nur einen kurzen Blick auf seine Notizen und schon weiß er wie er das nächste Stück zu spielen hat. Bei Stücken die ich beginne, reicht ihm ein kontrollierender Blick auf meinen Taktfuß, um das Tempo erfassen und ohne Schwierigkeiten mit einem Fill-In einsetzen zu können.

Nebenbei haben wir ein paar MiniDisc’s mitlaufen lassen und die Aufnahmen haben auf Anhieb gutes Live-Material ergeben. Für einen ersten Auftritt in der neuen Besetzung ein beachtliches Ergebnis.

Mutti ist die Beste…

Bei Alvaro fällt mir ja gleich auf, dass er uns sofort bei den Proben zur Hand geht. Das fängt beim tragen des Equipments an, dem Verkabeln und zudem bietet er uns auch sogleich Getränke an.

Wenn ich da an unseren letzten Schlagzeuger denke. In den seltensten Fällen hat er mal tragen geholfen oder uns etwas zu trinken angeboten. Oftmals dauerte es bis er zum Proben in den Keller kam, da er noch zu Ende essen musste, was Mutti ihm gemacht hatte. Na gut, Mutter ist Mutter, aber ich denke doch, dass man mit weit über 30 hier und da mal Prioritäten setzten kann und wenn man schon der Mutti nicht ein Nein sagen kann, dann sollte man in dem Alter doch auch wissen, wie man einfach mal früher Essen kann, um Zeitig zum Proben zu erscheinen. Für uns mit einer Stunde Autofahrt, war es ja auch kein Problem da zeitig anzukommen und er war ja praktisch im eigenem Haus.

So hatten wir dann die Zeit selber alles unten zu verkabeln, denn auch nach Monaten in denen wir keinen Gig hatten, stand sein Schlagzeug nicht aufgebaut auf dem Boden. Mit einem unaufgebautem Set lässt es sich natürlich auch schlecht üben. Aber auch für die Anlage die mal bei ihm stand, hatte er keine Zeit gefunden, sie anzuschließen. Das blieb dann uns überlassen, während er brav Muttis Essen aß.

Nicht selten haben wir unten schon mehrere neue Lieder vollständig einstudiert, als er erst vom Essen runter kam.

Ein neuer Schlagzeuger

Nach zahlreichen Unzulänglichkeiten, sowohl in fachlicher, professioneller, wie auch in menschlicher Hinsicht, haben wir uns von unserem alten Schlagzeuger endlich getrennt.

Wir hatten ja noch lange die Hoffnung gehabt, er würde sich mal fangen und endlich an seinen musikalischen Defiziten arbeiten und auch mal üben, aber er verweigerte sich dessen ganz. Zum Schluss war die fachliche Kluft zu hoch, so das er musikalisch unser Niveau bei weitem unterschritt. Auch im Team als Bandmitglied wälzte er schon seit Jahren jegliche Aufgaben auf die anderen Bandmitglieder ab, übernahm keinerlei Verantwortung und selbst auf das Stattfinden von ihm organisierte Konzerte, war kein Verlass.
Da wurde dann doch letzten Endes dieser Schritt Nötig, da selbst musikalischen Laien die Fehler des Schlagzeugers auffielen und uns immer mehr gute Bekannte zu diesem Schritt geraten hatten.

Alvaro unser neuer Schlagzeuger ist uns schon ein alter Bekannter und Vollprofi im Musikgeschäft. Früher spielte schon Roger, unser Bassist mit ihm in einer Band zusammen und wir waren beim ersten Konzert von The Big Easy die Vorgruppe der besagten Band.
Alvaro selbst kommt aus Lateinamerika und ist unter anderem in Kolumbien, den Staaten, Spanien usw. dem musikalischem Geschäft nachgegangen. Dabei hat er mit solchen Leuten wie dem Flamenco Gott, Paco de Lucia und den Gipsy Kings zusammen gespielt. Heutzutage spielt er Schlagzeug und Perkussion in zahlreichen Bands.

Endlich ein Schlagzeuger der Takt- und Tempofest ist. Er beherrscht zahlreiche Rhythmen, Stile und ist flexibel zugleich. Zusätzlich ist er ein hervorragender Perkussionist, den wir in zukünftigen unplugged Konzerten einsetzen können, ohne das wir wie in der Vergangenheit, auf die Rhythmussektion verzichten müssen.

Knapp eine Wochen hatte er, um sich unser komplettes Repertoire anhand von Aufnahmen anzuhören und Notizen zu machen. Nochmals knapp drei mal Proben und fast das komplette Programm steht mit ihm. Wenn ich daran denke, dass wir mit unserem alten Schlagzeuger nahezu vor jedem Auftritt locker drei mal Üben mussten, damit er all die alten Stücke, die wir seit Jahren spielen, wieder einigermaßen korrekt spielen konnte.

Die wenigsten Stücke bedürfen einer Nachkorrektur. Dass Meiste klappt auf Anhieb und klingt so gut wie noch nie. Mit Alvaro herrscht auf Anhieb eine musikalische Harmonie, wie ich sie bisher nur mit Roger alleine hatte. Die Stücke haben Groove und Druck zugleich. Roger und ich sind begeistert.
Hier klappt auch ein echtes, konzentriertes Proben und Arbeiten an den Stücken. Fast drei Stunden konzentriertes und effektives Arbeiten mit nur kleinen Unterbrechungen und klanglich überzeugenden Resultaten. Endlich eine professionelle und zugleich menschliche Arbeitsatmosphäre.

Caruso 2. Runde

Der Talentwettbewerb im Caruso in Kassel, geht nun in die 2. Runde.

Gestern haben so ca. 10-12 Bands und Einzelkünstler ihre Stücke im Caruso vorgetragen und obwohl ursprünglich nur 6 weiterkommen sollten, hat man sich aufgrund unterschiedlicher Gesichtspunkte in der Jury auf 8 Bands geeinigt, die am nächsten Mittwoch wieder antreten dürfen.

Und auch wenn wir als vorwiegen Rock- und Popband in der Pianobar Caruso eher eine Außenseiterrolle spielen, hat es meine Band, The Big Easy, auch geschafft und ist am nächsten Mittwoch wieder dabei.